Saturday, January 5, 2008

Happy New Year!

Mood: "it's-weekend-happy"
Weather: clear and 39° F
Listening to: Nickelback - Rockstar

Hier ist es also - das Jahr 2008!
Und ich hoffe natürlich, ihr alle hattet einen guten Start! :)

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie Chase und ich Silvester 2006 mit House und Wilson verbracht haben!
Silvester 2007 dagegen haben wir zu zweit gefeiert, aber es war nicht weniger lustig! Zitat Chase: "Viel Essen, viel Alkohol, viel Spaß - was will man mehr?" ;)
Ich frage mich bloß, wie er's geschafft hatte, die Flasche Waldmeister-Wodka vor mir zu verstecken (und alleine zu trinken)...

An Neujahr waren wir dann mit House und Wilson verabredet und verbrachten einen netten Nachmittag bei ihnen zuhause.

Schon am nächsten Tag erwartete uns das PPTH mit einem Haufen Arbeit und Stress, eigentlich wie immer nach den Feiertagen.
Dazu kam, dass ich heute für den Dienst eingeteilt war und mich ab der nächsten Woche mit dem Schreiben einiger Arztberichte beschäftigen "darf".
(Aber vor denen will ich mich irgendwie drücken...)
Von daher: Es kann nur noch besser werden! ;)

Sunday, December 30, 2007

Zwischen den Jahren

Mood: nostalgic
Weather: partly cloudy and 30° F
Listening to: Guns N' Roses - November Rain

Irgendwie habe ich geahnt, dass meine "Blogpause" kurz unterbrochen wird und dass ich vor Januar 2008 noch etwas schreiben würde. ;)

Dabei ist es noch relativ früh am Morgen, Chase schläft noch und ich sitze im Pyjama im Wohnzimmer auf dem Sofa und warte darauf, dass der Kaffee durchläuft.

Zwischen den Jahren ist - zumindest für mich - immer eine besondere Zeit.
Weihnachten ist bereits vorüber, dafür liegt Silvester noch vor uns, aber es vergehen noch ein paar Tage, bis das alte Jahr endet und das neue Jahr beginnt.
Die Atmosphäre ist eine Mischung aus einem "erschöpften" Aufatmen nach den Weihnachtsfeiertagen und der gespannten Erwartung, was als Nächstes kommt.
Und obwohl das Leben letztendlich einen Kreislauf darstellt, ist der Beginn eines neuen Jahres wie ein neuer Anfang, ähnlich wie eine neue Runde von "Monopoly" und in manchen Fällen vielleicht sogar wie eine "zweite" Chance.
Ich glaube, die Zeit zwischen den Jahren ist meine nachdenklichste Zeit.
Ob ich will oder nicht, ich versinke in meinen Gedanken und reflektiere die Ereignisse des vergangenen Jahres, die beruflichen und die privaten. Und natürlich nehme ich mir Vorsätze für das Neue Jahr, obwohl sie sich in den meisten Fällen als sinnlos herausstellen, weil ich sie früher oder später vergesse oder mich irgendwann nicht mehr daran halte. ;) Aber auch das gehört irgendwie dazu.

"Wusstest du, dass ich mich zu Beginn eines neuen Jahres immer ein bisschen überfordert fühle?" murmelte ich, als Chase und ich gestern Abend zusammen saßen und Pläne für Silvester machten.
In Chase' Blick spiegelte sich eine Mischung aus Erstaunen und Belustigung wieder. "Nein, das gehörte bis jetzt zu den Dingen, die ich noch nicht über dich wusste. Verrätst du mir auch, warum?"
"Was genau? Warum du es noch nicht wusstest oder warum ich mich überfordert fühle?" grinste ich, woraufhin Chase sich ein rotes Sofakissen schnappte und es nach mir warf.
"Letzteres natürlich!" lachte er.
"Weil mir ein Jahr so lang und so undurchsichtig vorkommt", antwortete ich wahrheitsgemäß. "Das sind zwölf Monate, ohne zu wissen, was passieren wird."
"Auf der anderen Seite gibt es auch Dinge, die sich jedes Jahr wiederholen und von denen man weiß, dass sie passieren werden", entgegnete Chase sanft. "Es wird wieder einen Frühling geben, einen Sommer, einen Herbst, einen Winter. Ostern wird wieder kommen, Thanksgiving, Halloween, Weihnachten... und mit ein bisschen Pech auch Cuddy's Frühlingsfest." Er zwinkerte.
"Du hast recht", musste ich zugeben und kam mir mit meinen Gedanken irgendwie lächerlich vor. Ich seufzte.
Chase stand auf, um sich gleich darauf auf meinem Schoß niederzulassen und seine Arme um meinen Hals zu legen.
"Vielleicht kann ich dir deine Angst vor der Zukunft ein bisschen nehmen, indem ich dir etwas für das neue Jahr prophezeie", meinte er.
Ich hob die Augenbrauen. "So wie ein Orakel?"
Chase nickte. "So wie ein Orakel. Und ich prophezeie dir, dass ich dich im neuen Jahr lieben werde."
Jetzt musste ich lächeln. "Wirst du?"
Chase lächelte ebenfalls und nickte wieder. "Werde ich. Im Schlafzimmer, im Wohnzimmer, im Bad, in der Küche..."
Ich grinste. Bis mir etwas auffiel. "Sag mal... Gilt deine Prophezeiung erst für das neue Jahr oder auch noch für dieses Jahr...?"
Chase' Gesicht nahm einen Ausdruck an, den man als mehr als diabolisch bezeichnen könnte. "Laß mich darüber nachdenken, während ich dusche..."
"Du bist gemein!" knurrte ich, als Chase sich erhob und mit einem mühsam unterdrückten Lachen in Richtung Badezimmer verschwand.
"Ich weiß!" rief er von dort vergnügt zurück. "Und du weißt es auch! Das ist sogar einer der Gründe, weshalb du dich in mich verliebt hast!"
Und schon wieder musste ich zugeben, dass Chase recht hatte.

Die Kaffeemaschine röchelt vor sich hin, es scheint, dass der Kaffee endlich fertig ist!
Dann werde ich mir jetzt eine Tasse genehmigen und nachsehen, ob mein Freund schon aufgewacht ist! ^^

Friday, December 21, 2007

Merry Christmas!

Merry Christmas and a happy New Year to all my readers!

Meine Lieben,

ich wünsche euch allen ein frohes und entspanntes Weihnachtsfest mit eurer Familie und/oder euren Freunden und einen guten Start ins Neue Jahr! :)

Mein Weihnachts-Post kommt dieses Jahr ein bisschen früher, da Chase und ich über's Wochenende Besuch haben und ich nicht weiß, ob ich in den nächsten Tagen noch zum Bloggen komme!

Ansonsten sind Chase und ich mit den letzten Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt und ab Montag starten wir in unseren wohlverdienten Urlaub! :) Wir hatten ja auch lange keinen mehr! ;)
Ob Chase und ich Weihnachten in Plainsboro verbringen werden, wissen wir noch nicht, vielleicht entschließen wir uns noch spontan, ein paar Tage weg zu fahren.
Bisher habe ich vor, bis zum Neuen Jahr eine kleine "Blogpause" einzulegen, aber wie ich mich kenne, werde ich zwischen den Tagen doch ein kleines Lebenszeichen von mir geben. ;)

Auf jeden Fall wünsche ich euch allen eine tolle Zeit und dass ihr eine Menge Spass habt! :)
Und natürlich hoffe ich, dass wir uns im Neuen Jahr alle wieder hier sehen! :)

Yours Eric

Monday, October 8, 2007

Lebenszeichen - Part II

Hallo, meine Lieben!

Ich weiß, dass sich bei mir die "Ich-habe-keine-Ahnung-was-ich-schreiben-könnte"-Einträge häufen.
Beim Nachzählen in meinem Blog kam ich tatsächlich auf vier Posts dieser Art in den vergangenen fünf Monaten. *hust*
Das tut mir richtig leid.
Aber es ändert leider nichts an der Tatsache, dass es zur Zeit schon wieder nichts gibt, womit ich euch unterhalten könnte.

Ich hatte noch bis Mitte September einen Krankenschein und danach hatte mich das PPTH mit seinem Klinikdienst wieder.
Heute war dann der Beginn einer viertägigen Fortbidung, die allerdings auch nicht der Rede wert ist.

In meinem Privatleben sieht es nicht anders aus. Chase und ich leben das Leben eines ganz normalen Liebespaares und genießen unser Zusammensein.

Also jetzt mal ganz ernsthaft: Wollt ihr wirklich einen Eintrag lesen, in dem ich meinen Tagesablauf mit Job und Hausarbeit schildere?
Ich glaube nicht. ;)

Von daher belasse ich es für heute, aber ich schreibe wieder, sobald es Neuigkeiten gibt!

Yours Eric

P.S.: Laut dem Shiny State habe ich jetzt 666 Page views! Chase liebt diese Zahl! *grins*

Saturday, September 15, 2007

Das Loch im Bauch

Mood: still sick
Weather: partly cloudy and 70° F
Listening to: Depeche Mode - Enjoy the silence

Sagt mal, kennt ihr das auch? (Part II)

Zuerst passiert ein paar Wochen lang überhaupt nichts und dann überschlagen sich die Ereignisse.

Ich bin nach wie vor krank und die coole "Boys don't cry"-Kategorie hat damit zum zweiten Mal in dieser Woche ihren Tribut gefordert.
Nachdem ich am Montag und am Dienstag einen Krankenschein hatte, erschien ich am Mittwoch wie gewohnt zur Arbeit, um mir noch ein paar Aufgaben mehr aufzubürden und noch ein paar Termine mehr in meinem Notebook einzutragen.
Das Resultat: Heute war ich nur noch einen Schritt von einem kompletten körperlichen Zusammenbruch entfernt und wurde von Cuddy nach Hause geschickt.
"Sie haben die Wahl, Foreman", meinte sie. "Entweder Sie gehen jetzt sofort nach Hause oder Sie bleiben hier... in einem Krankenzimmer!"

Naja, die Wahl zwischen einem Bett im PPTH oder einem Bett in Chase' Schlafzimmer fiel mir - ehrlich gesagt - sehr leicht.
Und so fuhr ich nach Hause. Mit Chase, der von Cuddy mit meiner Betreuung beauftragt wurde.
"Passen Sie auf, dass er sich hinlegt!" hatte sie ihm eingeschärft. "Und passen Sie auf, dass er liegen bleibt!"
"Kein Problem", hatte Chase grinsend geantwortet. "Im Notfall setze ich mich einfach auf ihn."

Jetzt liege ich mit meinem Labtop in Chase' Schlafzimmer in Chase' Bett (ohne dass er auf mir sitzt) und habe die Gelegenheit, von den Ereignissen dieser Woche zu berichten.
Zum Beispiel von Montag und der Entdeckung eines "Lochs" in meinem Bauch. (Nein, damit ist nicht der Bauchnabel gemeint!)
Und auch von gestern, als House, Wilson und ich ein sehr interessantes Gespräch über neue Ärzte und die "seltsame Beziehung" zwischen Chase und mir führten.
Aber eins nach dem anderen, um Wilson's Worte zu klauen.
Fangen wir an mit...

Montag - 10. September 2007:
Die Nacht von Sonntag auf Montag wurde zu einem Alptraum!
Zu einem sich über Stunden hinweg ziehenden und nicht enden wollenden Alptraum!
Neben den üblichen Erkältungsbeschwerden, begann ich außerdem noch unter Übelkeit und Magenkrämpfen zu leiden.
An Schlaf war nicht zu denken - weder für mich noch für Chase.

Chase hätte mich am liebsten sofort zum PPTH transportiert und mich untersuchen lassen.
Aber ich wollte nicht, trotz meiner extrem schlechten körperlichen Verfassung.
Ich meine, ich konsultiere meine Kollegen oft und gerne als Arzt wegen der Patienten!
Aber ausgesprochen selten und ungern als Patient wegen mir selbst!
Kann das jemand nachvollziehen?

"Hon', so kann es nicht weiter gehen", seufzte Chase, als der Morgen graute. "Du musst zum Arzt!"
Ich stöhnte leise. "Chase, du bist Arzt. Und ich bin Arzt. Wozu brauchen wir noch einen dritten? Eine 'Dreier-Beziehung' hat nie ein Happy-End! Da ist immer eine Person zuviel!"
"Ich gebe dir diesbezüglich vollkommen recht..."
"Na also..."
"Aber nicht, wenn es um deine Gesundheit geht!"
"Chase..."
"Eric! Erinnerst du dich noch an Dezember letzten Jahres? Als ich krank wurde?"
Ich schluckte und nickte. Das war eine Zeit, an die ich überhaupt nicht gerne zurück dachte.
"Wieviele Ärzte hattest du wegen mir konsultiert und um ihre Hilfe gebeten?" fragte Chase sanft.
Ich überlegte. "Naja... House... und Wilson... und Cuddy..."
"Ganz zu Schweigen von dem halben Dutzend Internisten, Lungenfachärzten, Kardiologen und so weiter und so fort, die mich Tag für Tag auf den Kopf gestellt hatten", ergänzte Chase.
"Ich habe mir furchtbare Sorgen um dich gemacht!" murmelte ich kleinlaut. "Und wollte, dass du schnellstmöglich wieder gesund wirst!"
"Eben! Und jetzt mache ich mir furchtbare Sorgen um dich und will, dass du schnellstmöglich wieder gesund wirst!" seufzte Chase.
Diese Argumentation saß.
Mit einem lauten Ächzen setzte ich mich im Bett auf und nickte. "Okay. Dann fahren wir jetzt zum PPTH."
"Danke, Honey", lächelte Chase und gab mir einen Kuss auf die Stirn.

45 Minuten später fanden Chase und ich uns auf den zwei Besucherstühlen im Büro von Dr. Richard Hughes wieder.
Dr. Hughes ist Internist und nach Aussage von Chase "ein sehr netter und sehr kompetenter Kollege".
Ich hatte keinen Grund, diese Aussage zu bezweifeln. Schließlich war Chase mein Freund und er würde mich nicht jedem x-beliebigen Arzt anvertrauen.
Trotzdem...
Während wir das Eintreffen von Dr. Hughes erwarteten, nahm ich sein Büro in Augenschein und entdeckte etwas in einer Ecke, was mein Misstrauen erregte und mich zu einem Stirnrunzeln veranlasste.
Es war eine Zimmerpalme...

"Diese Zimmerpalme sieht nicht gesund aus", murmelte ich.
Chase folgte meinem Blick und betrachtete die Pflanze. "Findest du? Was ist an der Zimmerpalme nicht in Ordnung? Sie ist groß und sie ist grün."
"Aber die Blattspitzen sind gelb verfärbt", antwortete ich. "Dieses Ding ist mit Sicherheit ausgedörrt. Wenn der Doktor noch nicht einmal eine Zimmerpalme am Leben erhalten kann, will ich nicht wissen, wie er mit seinen Patienten umgeht."
Chase grinste. "Hon', möchtest du nach dem Zustand der Zimmerpflanzen in deinem Büro beurteilt werden?"
"In meinem Büro gibt es gar keine Zimmerpflanzen..."
Chase lehnte sich zu mir hinüber. "Richtig - jetzt gibt es keine mehr. Aber vor drei Monaten hattest du noch welche. Leider hattest du vergessen, sie regelmäßig zu gießen, weswegen sie vertrocknet sind." flüsterte er mir ins Ohr. "Du hast sie sterben lassen..."
Ich zuckte zusammen.
Und beschloß, heute nicht mehr weiter mit Chase über irgendetwas zu diskutieren.

Das Eintreffen von Dr. Richard Hughes riss mich aus meinen Gedanken.
Nachdem er Chase und mich begrüßt und uns die Hände geschüttelt hatte, nahm er hinter seinem Schreibtisch Platz und musterte uns wohlwollend.
"Also, Dr. Foreman", begann Dr. Hughes. "Dr. Chase hatte mir am Telefon bereits erzählt, worum es geht. Sie sind krank?"
Natürlich bin ich krank! Sonst würde ich nicht vor, sondern hinter dem Schreibtisch sitzen! dachte ich und stellte erschrocken fest, dass ich mich (wenn auch nur in Gedanken) wie House anhörte.
Ich nickte.
"Wann begannen die Symptome?" wollte Dr. Hughes wissen.
"Vor zwei Tagen", antwortete ich.
"Vor einer Woche", verbesserte Chase.
Ich schaute Chase an.
Chase schaute mich an.
Dr. Hughes schaute uns beide an.
"In Ordnung", murmelte er und machte sich Notizen. "Welche Beschwerden haben Sie, Dr. Foreman?"
"Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen", begann ich aufzuzählen. "Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Husten..."
"Das klingt nach einem grippalen Infekt", nickte Dr. Hughes und fuhr fort, sich Notizen zu machen.
Na also, da ist die Diagnose! Jetzt brauche ich nur noch ein Rezept für ein Antibiotikum und dann können Chase und ich wieder verschwinden!
"Seit heute morgen kommen noch Übelkeit und krampfartige Bauchschmerzen dazu", ergänzte Chase.
"Übelkeit und krampfartige Bauchschmerzen..." Dr. Hughes hob den Kopf und runzelte die Stirn. "Hmmm..." Er überlegte einen Augenblick. "Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden haben, Dr. Foreman, würde ich wegen dieser Beschwerden sehr gerne eine Sonographie (= Ultraschall) bei Ihnen durchführen."
Hmpf...
"Natürlich hat er nichts dagegen einzuwenden", lächelte Chase und bedachte mich mit einem Seitenblick, der mich dazu veranlasste, zu nicken.
Keine Diskussionen.

Ich glaube, jeder weiß, welche Untersuchungen ein Arzt bei einem grippalen Infekt durchführt und wie eine Sonographie abläuft.
Von daher brauche ich nichts darüber zu schreiben, oder?
Letztendlich war der Befund der Sonographie in Ordnung, das Innenleben meines Bauches stellte sich genauso dar, wie es sein sollte.
Aber dann folgte - wie sollte es auch anders sein? - noch eine kleine Überraschung, als Dr. Hughes meinen Bauch abtastete. "Oh!"
"Oh?!?" Ich hob meinen Kopf, soweit es möglich war und starrte den Arzt an. "Was zur Hölle meinen Sie mit 'Oh'?!?"
Auch Chase, der im Türrahmen lehnte und die Untersuchung mitverfolgte, runzelte verwundert die Stirn.
Dr. Hughes drückte auf eine ganz bestimmte Stelle im Bereich des Unterbauches, was mich zu einem Schmerzenslaut veranlasste, und meinte: "Hier ist ein Loch!"
"Ein Loch?!?" rief ich.
"Was für ein Loch?!?" rief Chase.
"Dr. Foreman, Sie haben einen Bruch im Bauch", erklärte Dr. Hughes. "Ein Hernie."

Zur Erläuterung für die interessierten Leser:
Bruch/Hernie
= Hervortreten von Eingeweide aus der Bauchhöhle durch eine Lücke der Bauchwand.

Okay, ein Bruch ist normalerweise weder schmerzhaft noch tödlich.
Mit Hilfe einer Operation werden die hervortretenden Eingeweide einfach wieder in die Bauchhöhle zurückgestopft, alles wird zugenäht und alles wird gut.
Dennoch hätte ich auf diese Diagnose verzichten können.

Wodurch der Bruch in meinem Bauch verursacht wurde, konnte Dr. Hughes mir nicht sagen.
Auch die Ursache für die Magenkrämpfe blieb ungeklärt.
Aber schlussendlich kann ich nicht behaupten, dass Dr. Hughes mich nicht gut versorgt hat!
Ich bekam eine Infusion mit Schmerzmitteln, ein Rezept für ein Antibiotikum, eine Krankmeldung für zwei Tage (die von Cuddy sogar abgesegnet wurde) und die Empfehlung, jede größere körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
Was für mich die Frage aufwarf, was Dr. Hughes unter "einer größeren körperlichen Anstrengung" wohl verstand.
Und weil ich ungeklärte Fragen hasse, ging ich noch einmal zu seinem Büro zurück, während Chase auf dem Parkplatz in seinem Auto auf mich wartete.

"Haben Sie etwas vergessen, Dr. Foreman?" lächelte Dr. Hughes, nachdem er mich in sein Büro gebeten hatte.
"Nicht direkt. Aber ich habe noch eine Frage."
"Na, dann schießen Sie mal los."
"Also...", begann ich. "Wie Sie vielleicht wissen, sind Dr. Chase und ich nicht nur Kollegen..."
Dr. Hughes nickte. "Sie sind ein Liebespaar."
"Richtig... Und da Sie sagten, dass ich bis zu meiner Operation jede größere körperliche Anstrengung vermeiden sollte, stelle ich mir jetzt die Frage, was als größere körperliche Anstrengung gilt... Ich meine, bis zu der Operation können noch ein paar Monate vergehen..."
Dr. Hughes lehnte sich in seinem Sessel zurück und lächelte. "Sie möchten wissen, ob Sie weiterhin mit Dr. Chase schlafen dürfen?"
"Ähm... Ja... Genau das!"
"Nun, Dr. Foreman, wenn Sie sich körperlich fit fühlen, dürfen Sie in diesem Bereich tun und lassen, was immer Sie wollen."
"Ohne Einschränkung?" fragte ich.
Dr. Hughes überlegte. "Vielleicht mit einer einzigen..."

Nach dieser zufriedenstellenden Auskunft, machte ich mich endlich auf den Weg zum Parkplatz vor dem PPTH.
"Naaa? Was sagte Dr. Hughes zu deiner Frage wegen unseres Liebeslebens?" grinste Chase, nachdem ich eingestiegen war und mich angeschnallt hatte.
Ich starrte Chase an. "Woher weißt du denn, dass ich Dr. Hughes ausgerechnet danach gefragt hatte?!"
"Reine Intuition", kicherte Chase und startete den Motor. "Schließlich kenne ich dich seit mehr als drei Jahren und wir sind seit neun Monaten ein Paar! Ich weiß, was in deinem Kopf vorgeht, Eric. Und jetzt beantworte bitte meine Frage."
"Ach! Dich interessiert es also auch, hm?"
"Natürlich!"
"Okay, Dr. Hughes sagte, wir können in diesem Bereich tun und lassen, was immer wir wollen. Und er muss es ja wissen. Immerhin ist er ein sehr netter und sehr kompetenter Kollege. Trotz seiner ausgedörrten Zimmerpflanze!"

Saturday, September 8, 2007

Boys don't cry

Mood: sick
Weather: Sunny and 72° F
Listening to: Snow Patrol - Shut your eyes

Kranke Männer sind eine Spezies für sich und in 90 % der Fälle lassen sie sich in zwei Kategorien einordnen.
Entweder bleiben sie "cool" und ignorieren sämtliche Krankheitssymptome, nach dem Motto "Boys don't cry".
Oder sie dramatisieren alles und glauben, dass sie innerhalb der nächsten zehn Minuten sterben.
Eine Zwischenstufe kommt - meiner Erfahrung nach - ausgesprochen selten vor.
Kranke männliche Ärzte machen hier übrigens keinen Unterschied, dabei müssten wir es durch unsere medizinische Ausbildung ja eigentlich besser wissen.

Auch ich gehöre in die coole "Boys don't cry"-Kategorie und habe die Kopf- und Gliederschmerzen in der vergangenen Woche stur ignoriert bzw. auf den Stress im Klinikdienst geschoben.
Wer acht Tage am Stück arbeitet, hat schließlich ein Recht auf Kopf- und Gliederschmerzen! Ganz simpel!
Die Rechnung dafür bekam ich prompt an diesem Wochenende - unserem freien Wochenende! - in Form eines ausgebrochenen grippalen Infekts.
So musste ich den heutigen Tag auf dem Sofa verbringen, eingehüllt in zwei Wolldecken, mit einer Wärmflasche zu meinen Füßen, während Chase den Couchtisch liebevoll mit einer großen Kanne Tee, einer Familienpackung Papiertaschentücher, einem Fieberthermometer und einem Päckchen Paracetamol dekorierte.

Dabei hatte unser freies Wochenende so schön angefangen.
Am Freitag abend nach der Arbeit, fuhren Chase und ich zuerst einmal zur Videothek, um alles für unseren geplanten DVD-Abend zu besorgen.
Wie immer, wenn wir in der Videothek aufliefen, arbeitete ein ganz bestimmter junger Mann. Geschätztes Alter: Ende Zwanzig.
Obwohl es mir absolut widerstrebt, Menschen in Schubladen einzuordnen, verkörperte dieser junge Mann für mich ein stylisches "Geschöpf der Dunkelheit". Andere würden ihn vielleicht als "Gothic" bezeichnen. Oder als "lichtscheues Gesindel".
Die rabenschwarzen Haare waren mit Hilfe von Haarspray und Haargel zu einem kunstvollen Iro aufgestellt worden, nur das lange und schräg geschnittene Pony hing in einer glatten Strähne über der linken Gesichtshälfte.
Ich war absolut sicher, dass Chase beim Anblick dieses jungen Mannes jedes Mal im Kopf ausrechnete, wieviel Geld dieser monatlich für Haarkuren hinblätterte oder wieviele Minuten (?) er im Bad benötigte, bis diese Frisur aussah, wie sie jetzt aussah.
Ansonsten war das Geschöpf der Dunkelheit ausgesprochen freundlich und kommunikativ, es schien jeden (wirklich jeden!) Film zu kennen und ließ es sich nicht nehmen, die Auswahl der Filme mit einem persönlichen Kommentar zu versehen, wenn es sie im Computer ein- oder ausbuchte, wobei es jeden Satz mit einem "Oh!" einleitete.
Chase und ich bekamen bei jedem unserer Besuche ein Lob für unsere "ungewöhnliche und kreative Filmauswahl". Die kam dadurch zustande, dass Chase und ich (zumindest in mancher Hinsicht) einen gegensätzlichen Filmgeschmack haben.

"Glaubst du, dass uns der Kerl wieder für unsere ungewöhnliche und kreative Filmauswahl lobt?" grinste Chase, nachdem wir uns auf vier Filme geeinigt hatten und in die Richtung des Thekenbereichs schlenderten.
"Ich glaube es nicht, ich weiß es sogar", kicherte ich und legte meinen Mitgliedsausweis sowie die vier Plastikmärkchen mit den Film-Nummern auf die Theke.
Sofort streckte das Geschöpf der Dunkelheit seine Hand mit den schwarz lackierten Fingernägeln danach aus und grabschte danach. "Guten Abend!" begrüßte es uns freundlich.
"Guten Abend", lächelten Chase und ich.
Der junge Mann fischte die Filme aus den Regalen und schon im nächsten Augenblick hörte man das Klappern der Tastatur des Computers, gefolgt von einem anerkennenden Pfeifen und dem Ausruf: "Oh! 'Sin City'!"
Chase und ich grinsten.
Tastatur-Geklapper. "Oh! 'Per Anhalter durch die Galaxis'!"
Glucksen.
Tastatur-Geklapper. "Oh! 'Eine unbequeme Wahrheit'!"
Kichern.
Tastatur-Geklapper. "Und zum Schluss... Oh! '2001 Maniacs'! Das ist eine wirklich ungewöhnliche und kreative Filmauswahl!"
Chase und ich unterdrückten mühsam ein Lachen und nickten. "Dafür sind wir ja auch bekannt."
"Der hier", meinte das Geschöpf der Nacht und tippte auf '2001 Maniacs' "ist der ab-so-lu-te Wahnsinn!"
"Ich bin mal gespannt, ob mein Freund diese Meinung teilt oder ob er mich für diesen Film verflucht", zwinkerte ich und bezahlte die Gebühr.

Nachdem wir uns verabschiedet und die Videothek verlassen hatten, sagte Chase: "Ich weiß nicht warum, aber jedes Mal, wenn du einen Film aussuchst, sagt dieser Kerl, der wäre der ab-so-lu-te Wahnsinn. Also, entweder habt ihr beiden den gleichen Filmgeschmack oder er steht auf dich."
"Mach dir darüber mal keine Gedanken", antwortete ich und nahm Chase' Hand. "Ich liebe bloß dich. Und das nicht nur, weil du die schöneren Haare hast!"

Nachdem wir zuhause angekommen waren, bestellten wir Pizza vom Lieferservice, sahen uns zwei Filme an und verbrachten einen kuscheligen Abend.

Das Leben war schön... bis zu dem Augenblick, an dem ich heute morgen mit dem grippalen Infekt aufwachte.
Aber... Boys don't cry!

Friday, August 31, 2007

Busy and busy and busy...

Ja, auch Chase und ich werden zur Zeit nicht von dem unfreiwilligen "Workaholic-Virus" verschont.
Heute war der erste Tag einer achtwöchigen Arbeitswoche mit Klinikdienst und Diskussionen mit Cuddy, die der Meinung ist, sie sollte mir eines ihrer berüchtigten Fachbücher über Kommunikation ausleihen. Und das alles nur wegen meinem letzten Eintrag mit Chase... *hust*
Großer Gott, ich darf nicht daran denken, dass die "große Chefin" meinen Blog liest und damit auch noch Einblicke in mein Liebesleben erhält!

Und wo wir gerade von "Einblicke in das Liebesleben anderer Menschen" reden: Der neue Eintrag von House war ja sehr... inspirierend...
Ich hab ihn sogar Chase vorgelesen. Genau wie früher, als wir noch gar kein Paar waren. Nur, dass Chase damals während dem Vorlesen noch nicht auf meinem Schoß gelegen hat.
Und da soll mal noch einer sagen, wir hätten Kommunikationsprobleme!

Bevor ich mich jetzt aber noch weiter über unsere Beziehung auslasse, heißt es erst einmal "Gute Nacht", denn wir müssen langsam ins Bett.
Weil wir morgen um 9.30 Uhr wieder im PPTH auf der Matte stehen dürfen, natürlich.
Und nicht, weil wir vielleicht noch was anderes vorhaben... ;)